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Die Schaffhauser Schwinger erkämpfen sich zwei Kränze am Zürcher Kantonal Schwingfest in Mettmenstetten. Winzeler Simon bester Schaffhauser. Festsieger wird der Thurgauer Samuel Giger, der im Schlussgang seinen Klubkameraden Schneider Domenic besiegt. Vollenweider Jeremy verpasst verletzt den Rest der Saison. Am Sonntag 17. Mai fand mit dem Zürcher Kantonal Schwingfest das zweite Kranzfest in der Nordostschweiz statt. Sechs Schwinger standen für den Schaffhauser Kantonalen Schwingerverband in Mettmenstetten im Sägemehl. Winzeler Simon verlor seinen ersten Gang, danach folgten zwei Siege. Nach der Mittagspause musste er gegen den Eidgenossen Good Marco antreten. Diese Niederlage brachte ihn nicht aus dem Konzept, seinen fünften Gang konnte er wieder Siegreich gestalten. Im letzten Gang um den Kranz gewann der den Zürcher Naef Sandro. Mit diesen vier Siegen und zwei Niederlagen gewann er seinen fünften Kranz, im Schlussrang 7b mit 56.50 Punkten. Schwyn Adrian erkämpfte sich in Mettmenstetten ebenfalls seinen fünften Kranz. Er stellte im Anschwingen, danach folgte der erste Sieg, im dritten Gang musste er eine Niederlage einstecken, danach folgte der zweite Sieg. Im fünften Gang wurde er für einen aktiven gestellten Gang mit der Note 9 belohnt. Im letzten und entscheidenden Gang gewann er mit der Höchstnote 10 und sicherte sich mit 56.50 Punkten den Kranzgewinn im Schlussrang 7d. Schwyn Patrick klassierte sich mit 55.50 Punkten im Schlussrang 11i. Rang 13c mit 55.00 Punkten erkämpfte sich der Kranzschwinger Bürgler Patrick. Baumann Nico und der jüngste der Schaffhauser Wanner Lorenz Jahrgang 2009 klassierten sich im 15 Rang mit 54.50 Punkten. Vollenweider war für seinen Verbandskameraden in Betreuender Funktion vor Ort. Vollenweider verletzte sich am Thurgauer Kantonal Schwingfest im ersten Gang. Die Befürchtungen haben sich leider bestätigt, Jeremy hat sich das Kreuzband gerissen, eine Operation ist unumgänglich, somit verpasst er den Rest der Saison. Bericht und Fotos von Petra Vollenweider Anja Wanner startete heute zum ersten mal in der Kategorie Meitli. Der Auftakt ist ihr super gelungen, sie holte sich 3 Siege. Rangliste Schlussgang
Die Nachwungsschwinger zeigten an ihrem aktuellen Wettkampftag eine solide und geschlossene Teamleistung. Sowohl in den einzelnen Gängen als auch im Auftreten ausserhalb des Platzes präsentierte sich die Gruppe konzentriert und engagiert. Insgesamt konnten sieben Schwinger einen Zweig gewinnen. Diese Auszeichnungen gingen an:
Rangliste ESV
Zum Schwingsport fand Lian über seinen älteren Bruder Joel. Dieser nahm bereits an Schwingfesten teil und brachte jedes Mal eine „lässige Gabe“ nach Hause. Für Lian war schnell klar: Das will ich auch. Also zog er selbst die Zwilchhosen an. Sein erstes Schwingfest bestritt Lian im Alter von zehn Jahren. „Ich war nervös und hatte keine Erwartungen, es war einfach cool, dabei zu sein“, erinnert er sich. Bereits damals konnte er zwei bis drei Gänge gewinnen. Wer Lian Schilling über Schwingen sprechen hört, merkt schnell: Der 15-Jährige ist mit viel Freude, Disziplin und Bodenständigkeit bei der Sache. Der Neuhauser besucht derzeit die 3. Sek im Schulhaus Rosenberg und startet im Sommer eine Lehre als Zimmermann bei Thomi Holzbau AG in Wilchingen. Viel freie Zeit bleibt daneben kaum, denn Schwingen ist längst mehr als nur ein Hobby. Montags trainiert er mit dem Nachwuchs, mittwochs mit den Aktiven. Dazu kommen Krafttraining, sowie in den Wintermonaten weitere Trainings mit Schwingern aus dem NOS-Verband. Daneben spielt er Korbball, ist gerne mit Kollegen unterwegs oder gönnt sich zur Regeneration auch einmal einen ruhigen Abend mit Netflix. Der Aufwand ist gross, doch für Lian ist er selbstverständlich. Im Nachwuchs profitiert er dabei von der engen Betreuung durch den Technischen Leiter Adrian Bührer, Schwingerkönig Ernst Schläpfer, sowie das gesamte Trainerteam, mit dem er gezielt an Technik, Abläufen und neuen Schwüngen arbeitet. „Die Fortschritte, die ich spüre, motivieren mich“, sagt er. „Ich möchte Neues lernen und weiss, dass mich jedes Training besser macht.“ Dass sich diese Arbeit auszahlt, zeigte sich bereits früh in dieser Saison. „Ich dachte schon, dass ich vorne mitschwingen und einige Zweige und Auszeichnungen holen könnte, weil ich im Winter gut trainiert habe“, sagt Lian. „Dass es gleich zwei Festsiege werden, war eine schöne Überraschung.“ Technisch hat sich der 15-Jährige in den vergangenen zwei Jahren deutlich weiterentwickelt. „Ich setze mich heute bewusster mit meinen Gegnern auseinander und trainiere gezielt an neuen Schwüngen“, sagt er. „Dadurch bin ich vielseitiger geworden.“ Besonders wohl fühlt sich Lian im Sägemehl mit dem Kurzschwung. „Er ist einfach, flexibel anwendbar und sehr effektiv“, sagt er. Auch mental sei er reifer geworden. Gerade vor einem Schlussgang spüre er den Druck deutlich, sagt er offen. „Ich bin nervös, wenn alle zuschauen. Aber im Schlussgang im Sägemehl zu stehen, ist trotzdem ein sehr schönes Gefühl.“ Die Nervosität gehöre dazu, entscheidend sei, locker zu bleiben und den Moment zu geniessen. Was ihn am Schwingsport besonders fasziniert, geht für Lian weit über den Wettkampf hinaus. „Wenn ich morgens an ein Schwingfest komme und die urchigen Klänge höre, freue ich mich richtig auf den Tag“, sagt er. Es sei diese besondere Atmosphäre, die den Schwingsport für ihn ausmache: das Zusammenspiel aus Tradition, Wettkampf und Gemeinschaft. „Man fühlt sich an jedem Schwingfest willkommen. Und auch wenn jemand verliert, hat man trotzdem Respekt voreinander.“ Diese Werte bedeuten Lian viel. Im Schwingen stehe zwar jeder allein im Sägemehl, daneben aber sei man Teil einer Gruppe. „Für mich ist wichtig, dass wir miteinander ein Team bilden, auch wenn jeder als Einzelner schwingt“, sagt er. „Und am Platzrand schauen wir aufeinander.“ Gerade diese Kameradschaft sei etwas, das den Sport besonders mache. Dass Schwingen weit mehr vermittelt als Technik und Kraft, merkt Lian auch im Alltag. „Ich war früher eher introvertiert und ruhig“, sagt er. „Durch das Schwingen habe ich mehr Selbstbewusstsein gewonnen und gelernt, offener auf andere zuzugehen.“ Eine Entwicklung, die ihm nicht nur im Sport, sondern auch im Alltag hilft. Mit Blick auf die Saison wartet im August ein besonderer Höhepunkt: das Schaffhauser Kantonalschwingfest in der BBC-Arena (8./9. August). Wenn in der eigenen Region geschwungen wird und mit Samuel Giger einer der besten Schwinger der Schweiz antritt, ist auch für den Nachwuchs die Vorfreude gross. Lian selbst schaut gerne auf die Eidgenossen. „Ich beobachte viele von ihnen und versuche, mir Techniken und Schwünge abzuschauen“, sagt er. Bei aller sportlichen Ambition hat Lian den Einstieg in den Schwingsport nicht vergessen. Seine ersten Einheiten im Sägemehl sind ihm bis heute geblieben. „Am Anfang haben mich die ersten Trainings im Sägemehl noch etwas gegraust, weil das nasse Sägemehl so klebrig war“, sagt er und lacht. Geblieben ist aber vor allem die Freude am Sport. Genau diese Freude möchte er heute vermitteln. Kinder, die zum ersten Mal ins Training kommen, merken schnell, dass Schwingen weit mehr ist, als bloss Kraft und Zweikampf. Es ist eine Mischung aus Ringen, Turnen und Spielen. „Man lernt neue Freunde kennen, wird geschickter und merkt schnell, wie viel Spass es macht.“ sagt Lian. Die Teamkollegen helfen beim Einstieg, und die Trainer sorgen dafür, dass der Start im Sägemehl unkompliziert und gut begleitet verläuft. Seine Botschaft an Familien in der Region ist klar: „Schwingen ist für alle da, schon ab 4 Jahren. Egal ob Buben oder Meitli, schmal oder kräftig, klein oder gross. Wer Freude an Bewegung hat und Teil einer tollen Gruppe sein möchte, sollte es einfach einmal ausprobieren.“ Bericht von Nadine Sieber, Fotos von Petra Vollenweider Mit dem Thurgauer Kantonalen wurde auch in der Nordostschweiz in die Kranzfestsaison gestartet. Ein Hochkarätiges Teilnehmerfeld versprach ein spannendes Fest. Fünf Schaffhauser Schwinger kämpften das erste Mal in dieser Saison um Kränze in Sirnach. Gewonnen wurde das Fest von Ott Damian, der Giger Samuel im Schlussgang bodigte. Kein guter Start in den Tag, erlebten die Schaffhauser Schwinger, keiner konnte seinen ersten Gang gewinnen. Am härtesten traf es den Neueidgenossen Vollenweider Jeremy, er verletzte sich im ersten Kampf so, dass er aus der Arena getragen werden musste. Abklärungen betreffend Art und Schwere der Verletzung laufen. Die verbleibenden Vier Schaffhauser zeigten einen guten Wettkampf nach der jeweiligen Startniederlage. Am Schluss konnte nur noch Graf Nicola um den Kranz kämpfen. Er gewann auch den letzten Gang, aber nicht mit der Höchstnote 10, was im Nachhinein auch nichts gebracht hätte, den für einen Kranzgewinn brauchte es 56.75 Punkte. Nicola klassierte sich einen halben Punkt hinter dem Kranzgewinn im Rang 7a mit 56.25 Punkten. Winzeler Simon klassierte sich im Schlussrang 9h und 55.75 Punkten. Mit drei Siegen und drei Niederlagen klassierte sich Schwyn Adrian im Schlussrang 13e. Bürgler Patrick klassierte sich mit 54.00 Punkten im Schlussrang 16e. Jetzt heisst es weiter hart Trainieren, die Kranzfestsaison hat ja gerade erst begonnen. Rangliste ESV Bericht und Fotos von Petra Vollenweider Bei bestem Schwingwetter standen die Schaffhauser an zwei Orten im Sägemehl. Als einziger Schaffhauser kämpfte Bürgler Patrick in Degersheim am Toggenburger Verbandsschwingfest. Er klassierte sich im Schlussrang 13b mit 55.00 Punkten. Auf den Eschenberg oberhalb Winterthur reisten sieben Aktivschwinger, Bordos Ion war als Kampfrichter im Einsatz, der Technische Leiter Pascal Gurtner war in der Einteilung tätig. Bester Schaffhauser wurde Winzeler Simon auf dem hervorragenden Schlussrang 3b mit 57.25 Punkten. Schlussrang 5a mit 56.75 Punkten für Vollenweider Jeremy. Er absolvierte bereits gestern einen Wettkampf im Nationalturner, er gewann den Thurgauer Kantonalen Nationalturntag. Rang 7b und 56.25 Punkte für Graf Nicola. Baumann Nico und Wanner Lorenz klassierten die Ränge 8a und 8b mit 56.00 Punkten. Diese fünf Schwinger erkämpften sich die Auszeichnung. Für Schilling Joel und Schwyn Adrian reichte es heute nicht zur Auszeichnung. Bericht und Fotos von Petra Vollenweider Rangliste ESV
Die 7 Schaffhauser Schwinger erkämpften sich drei Auszeichnungen am Thurgauer Frühjahrsschwingfest in Raperswilen. Als bester Schaffhauser klassierte sich Schwyn Adrian im Rang 5c mit 56.50 Punkten. 56.25 Punkte Rang 6a für Simon Winzeler. Als dritter erkämpfte sich Graf Nicola mit 55.50 Punkten die Auszeichnung im Schlussrang 9a. Bürgler Patrick, Schwyn Patrick, Baumann Nico und Schilling Joel reichte es heute nicht für eine Auszeichnung. Bereits nächsten Sonntag werden am Eschenbergschwinget Winterthur die Schaffhauser Schwinger erneut um Auszeichnungen kämpfen, bevor es dann am Sonntag 3. Mai am Thurgauer Kantonal Schwingfest in Sirnach um die ersten Kränze der Saison geht. Bericht von Petra Vollenweider, Fotos von Pascal Gurtner und SHSKV
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